Trend E-Scooter – top oder flop? | enyway

Sind E-Scooter wirklich eine nachhaltige Alternative?

E-Scooter prägen mittlerweile das Erscheinungsbild von Deutschlands Metropolen – zumindest in den Innenstädten. Doch wie nachhaltig sind E-Scooter wirklich?

Mit Inkrafttreten der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung Mitte Juni wurde der Weg frei gemacht für den Einsatz von E-Scootern im öffentlichen Bereich. Doch was bringen E-Scooter wirklich? Und welchen Umweltnutzen haben sie? Sollte ich einen E-Tretroller kaufen oder eher mieten? Wir beleuchten ein paar Aspekte.

Umweltnutzen

Können E-Scooter einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten oder haben wir am Ende nur einen großen Haufen Elektro- und Plastikschrott? Das Positive vorweg: Im Gegensatz zu Bikesharing-Angeboten lief der Start bei den Sharing-Anbietern von E-Scooter erstaunlich gut. Auch das Geschäftsmodell steht aufgrund der recht hohen (aber derzeit augenscheinlich akzeptierten) Preise auf soliden Rädern.

Langlebigkeit ein klarer Vorteil

Im Gegensatz zu Fahrrädern, die im Hinblick auf unsachgemäße Benutzung für Schäden recht anfällig sind machen E-Scooter einen sehr soliden Eindruck. Da sie sich aus wesentlich weniger Bauteilen zusammensetzen, sind die Wartungskosten im Vergleich zum E-Bike oder Elektroauto gering. Außerdem kann der Akku leicht getauscht werden.

Ein Mann sitzt auf dem Dach seiner Solaranlage

E-Scooter sollten mit nachhaltig erzeugtem Strom beladen werden

Geparkte E-Scooter auf dem Gehweg

E-Scooter von Lime und Tier

Herkunft des Ladestroms wichtig

Ob man mit einem E-Scooter seinen ökologischen Fußabdruck verbessern kann ist fraglich, denn die bisherigen Alternativen (zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem ÖPNV) zum E-Roller sind eher umweltfreudlicher. Während die Sharing Anbieter versprechen, ihre Flotten ausschließlich mit Ökostrom zu betreiben, solltest du deinen eigenen E-Scooter ebenfalls mit nachhaltig erzeugtem Strom laden. Denn nur damit ist dein Fahrerlebnis auch wirklich CO2-frei. Mit enyway change kannst du den dafür benötigten Strom sogar selbst produzieren.

Baustein der Verkehrswende

Die Verkehrswende in den großen Städten kann nur durch den Ausbau und die Kombination verschiedener Verkehrsmittel gelingen. Entscheidend ist neben einem hohen Abdeckungsgrad in der Fläche auch ein vielfältiges Angebot. Nicht jeder hat Lust oder die notwendige Kondition mit dem Fahrrad zu fahren. E-Scooter haben darüber hinaus das Potenzial, durch die Mitnahmemöglichkeit des Fahrzeugs in einen kompletten Verkehrsweg integriert zu werden. Elektro-Tretroller schließen die Lücke auf Kurzstrecken von 1 bis 2,5 km Länge.

Kaufen oder mieten?

Bei nur gelegentlicher Nutzung dürfte sich ein Kauf trotz der relativ hohen Leihgebühren in der Regel nicht lohnen. Der Kauf eines E-Scooters könnte vor allem für Menschen interessant sein, die den Roller in ihren Arbeitsweg integrieren möchten. So könnte der E-Scooter anfangs für den Weg zur Bushaltestelle, danach eventuell zum Umsteigen und später für die letzten Meter zur Arbeitsstelle genutzt werden. Doch genau bei diesem attraktiven Szenario gibt es noch viele Unsicherheiten, da die Mitnahme eines E-Scooters in Bus und Bahn nicht immer gestattet ist. Man muss sich somit bei jedem Verkehrsbetrieb vorab über die Regelung informieren.

E-Scooter Sharing


Wer selbst einmal mit einem E-Scooter fahren möchte, kann das bei einem Sharing Anbieter machen – viele bieten auch eine Freifahrt an. Für fast alle Anbieter wird eine Smartphone App benötigt, die einem nach erfolgter Registrierung und Standortzugriff einen Überblick über vorhandene E-Scooter in der Nähe gibt.

Kartenansicht der Tier Smartphone App

In der Alster sollte man seinen E-Scooter nicht parken: Parkverbotszonen (rot) und Geschäftsbereich (grüne Linie) von Tier

Einen E-Scooter mieten kann man dann zum Beispiel über den Scan eines QR-Codes oder die Kartenansicht in der App. Der Ausleihvorgang verläuft hierbei schnell und unkompliziert. Fahren kann man innerhalb des Geschäftsgebiets des jeweiligen Anbieters. Verlässt man diesen, wird im Fall von Tier die Geschwindigkeit auf Schritttempo gedrosselt. Nach Beendigung der Fahrt müssen die Elektro-Tretroller innerhalb des definierten Gebiets des jeweiligen Anbieters abgestellt werden. Allerdings sollte man hierbei keine Türen oder Gehwege blockieren. Innerhalb des Gebiets gibt es außerdem Parkverbotszonen, die – wie im Beispiel von Tier – auf der Karte rot markiert sind.

Anbieter und Verfügbarkeit

Einige E-Scooter Anbieter sind bereits am Markt. In den vier Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln sind mindestens drei Anbieter vertreten. In Städten mit mehr als 600 Tsd. Einwohnern gibt es mindestens ein Angebot. Während es gar nicht so leicht ist, genaue Angaben zu den Standorten zu finden hat der Anbieter voi eine größere Expansion angekündigt, die auch einige mittelgroße Großstädte im Bereich 200 – 600 Tsd. umfassen soll.

  • Circ: Berlin, Dortmund, Frankfurt a. M., Hamburg, Herne, Köln, München
  • eFloater: Bremen, Hamburg
  • hive: Hamburg, München
  • Lime: Berlin, Darmstadt, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, München, Nürnberg,
    Potsdam, Regensburg, Stuttgart
  • Tier: Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, München, Münster
  • voi: Augsburg, Berlin, Gelsenkirchen, Erfurt, Hamburg, Lübeck, München, Potsdam

    Geplant: Aachen, Bochum, Bonn, Braunschweig, Bremen, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt a. M., Freiburg, Halle, Hannover, Karlsruhe, Kiel, Köln, Krefeld, Leipzig, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Münster, Nürnberg, Mönchengladbach, Wiesbaden, Wuppertal

(Stand: Juli 2019, Quellen: WiWo vom 30.05., Handelsblatt vom 19.06., Business Insider vom 03.07., eigene Recherche)

Während mit Circ, eFloater, hive und Tier deutsche Startups auf dem Markt vertreten sind, handelt es sich bei Lime um ein größeres Unternehmen aus den USA, voi kommt aus Schweden. Weitere Anbieter wie Bird (USA) oder dott (Niederlande) sind bereits in Europa aktiv, der Martkeintritt in Deutschland dürfte in Kürze folgen.

Preise

Während sich mit Car- und Bikesharing bislang wenig Geld verdienen ließ, wittern Sharing-Anbieter von E-Scootern ein deutlich besseres Geschäft. Denn der Fahrspaß hat seinen Preis: Bei vielen Anbietern fallen zunächst für jede Fahrt pauschal 1 Euro an, danach kostet jede Fahrminute extra – in Hamburg zwischen 15 bis 20 Cent. Beispielsweise fallen so für eine 15-Minuten-Fahrt mit einem E-Scooter von Lime in der Innenstadt von Hamburg bereits 4 Euro an. Im Vergleich dazu kostet eine vergleichbare Fahrt mit einem BMW i3 bei DriveNow nur 1,40 Euro mehr.

E-Scooter und Hamburger StadtRäder E-Scooter und Hamburger StadtRäder

Erfolgreich, aber defizitär: Angebote wie das Hamburger StadtRad sind bislang nicht profitabel, werden aber von der Stadt als Teil des ÖPNV finanziell gefördert. E-Scooter sorgen jetzt für noch mehr Vielfalt im Vehicle-Sharing.

E-Scooter kaufen

Unabhängig von den rationalen Argumenten, die für oder gegen den Kauf eines E-Scooters sprechen, zählt auch der emotionale Faktor eines Elektrorollers. Denn in der richtigen Umgebung macht das Fahren mit einem E-Scooter richtig Spaß.

Voraussetzungen und Versicherung

Seit dem 15.06.2019 wird der rechtliche Rahmen für E-Scooter in der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) geregelt. Demnach wird ein Mindestalter von 14, eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h und eine Versicherung vorgeschrieben. Letztere wird durch das Anbringen einer Versicherungsplakette am Scooter sichtbar gemacht. Das Tragen eines Helms wird nicht vorgeschrieben, ebenso wenig ist ein Führerschein notwendig.

Hersteller, Reichweite und Kosten

Ähnlich wie bei den Sharing Anbietern drängen verschiedene Hersteller und Modelle auf den deutschen Markt. Einen Überblick über aktuelle Modelle bietet diese Vergleichstabelle. Demnach kosten E-Scooter zwischen 800 und 2000 Euro und wiegen zwischen 12,5 und 23 Kilogramm. Die Reichweiten variieren ebenfalls und werden zwischen 20 und 40 Kilometern angegeben, je nach Modell.

Ladezeit und Ladestrom eines
E-Scooters

Wie kann ich einen E-Scooter laden? Ein großer Vorteil eines E-Tretrollers besteht darin, dass keine teure Ladeinfrastruktur benötigt wird, denn die Elektroroller können über einen Haushaltsanschluss mit 230V geladen werden. Da sie zudem – im Gegensatz zu E-Bikes – leichter innerhalb eines Gebäudes untergebracht werden können, muss der Ladevorgang auch nicht im Freien durchgeführt werden. Die Ladezeit variiert je nach Modell und liegt zwischen 2 und 8 Stunden, was natürlich eine große Bandbreite ist. Über die Ladezeit sollte man sich daher vor dem Kauf genau informieren.

E-Scooter von circ und ein E-Roller von emmy

Ob Elektroauto, E-Roller, E-Bike oder E-Scooter: Das E-Mobility Angebot in Deutschlands Metropolen wird immer vielfältiger.

Produktskizze enyway change

Mit Solarenergie den E-Scooter laden: Bei enyway change kannst du dich bereits mit kleinen Beträgen am Bau der Solaranlage beteiligen. Pizzaschachtel oder Tischtennisplatte - die Größe bestimmst du selbst.

E-Scooter mit Strom aus
der 'eigenen' Solaranlage laden

Wie wäre es, wenn du den Strom für deinen E-Scooter einfach selbst produzieren würdest? Als Eigenheim-Besitzer mit PV-Anlage steht dir diese Möglichkeit bereits offen. Du musst aber nicht unbedingt eine Solaranlage kaufen, sondern kannst dich mit unserem Angebot enyway change ganz unkompliziert am Bau einer Anlage beteiligen und erhältst im Gegenzug dann den Strom aus „deiner“ Anlage zum Einkaufspreis. Das ist inbesondere auch für Mieter interessant und aus unserer Sicht auch lohnender als eine Solaranlage zu mieten. Und das Beste: Die Fundingschwelle für das Projekt wurde bereits erreicht, Bau und Betrieb der Anlage beginnen in Kürze. Wir haben nachgerechnet: Bereits ein pizzagroßes Stück der PV-Anlage deckt den Jahresstrombedarf eines E-Scooters (siehe Tabelle).

Eigenschaft SXT Max Metz Moover
Akkukapazität 0.46 kWh 0.22 kWh
Reichweite 40 km 25 km
Strecke pro Jahr 1,500 km 1,500 km
Ladezyklen pro Jahr 37.5 60
Benötigte Energie
pro Jahr
17.28 kWh 12.96 kWh
Passendes Angebot Pizzaschachtel Pizzaschachtel