CO₂ reduzieren CO₂ reduzieren ist eine Aufgabe für jeden Menschen, aber was bedeutet das genau? Wir erklären dir alles wichtige hier.

Ein Industriepark als Sinnbild für die CO₂-Emissionen

Inhalt

Was ist eigentlich CO₂?

CO₂ ist ein Treibhausgas, welches sich aus einem Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatomen zusammensetzt - sein voller Name lautet daher Kohlenstoffdioxid. Unsere Atmosphäre besteht zu etwa 0,04% aus CO₂. In punkto Klimawandel spielen Treibhausgase eine besonders wichtige Rolle, denn sie nehmen die Wärmestrahlung von der Erde auf und geben diese auch wieder zurück. Dieser sogenannte Treibhauseffekt sorgt dafür, dass auf der Erde in der Regel eine Durchschnittstemperatur von etwa 15 Grad Celsius herrscht. Gelangt nun ein höherer Ausstoß von CO₂ in die Atmosphäre, verstärkt sich der Treibhauseffekt und sorgt dafür, dass auf der Erde die Temperatur steigt. Je mehr CO₂ also in die Atmosphäre gelangt, desto wärmer wird es auf der Erde und desto mehr beschleunigt sich auch der Klimawandel.

Wieso ist es wichtig meinen CO₂-Ausstoß zu reduzieren?

Um zu vermeiden, dass die globale Temperatur um mehr als 2 Grad ansteigt, müssen die CO₂-Emissionen in den nächsten Jahren drastisch gesenkt werden. Bis 2050 dürfen insgesamt nur noch zwischen 600 und 800 Gigatonnen CO₂ ausgestoßen werden. Das bedeutet, dass die CO₂-Emissionen weltweit um 50 Prozent gesenkt werden müssen. Im Falle der Industrienationen sind es sogar etwa 80 Prozent. Nur so kann es laut Wissenschaftler*innen gelingen, dass das Klima nicht vollkommen aus der Kontrolle gerät.

Den Anstieg der globalen Temperatur so weit wie möglich einzuschränken, ist auch das Ziel der Pariser Klimakonferenz von 2015. Das daraus entstandene Klimaabkommen macht deutlich: Es gilt mit aller Kraft zu vermeiden, den sogenannten Klima-Kipppunkt zu überschreiten. Wird ein solcher Kipppunkt - wie zum Beispiel das Auftauen der arktischen Permafrostböden - erreicht, wird die Veränderung unaufhaltsam. Es liegt daher an uns allen, unser Möglichstes zu tun, um den CO₂-Ausstoß weltweit zu reduzieren.

Rückgang von Gebirgsgletschern als Konsequenz des Klimawandels

Für den einzelnen Menschen bedeutet dies, dass jährlich nur noch ca. zwei Tonnen CO₂ pro Kopf ausgestoßen werden dürfen - aktuell sind es in Deutschland ca. 11 Tonnen. In den Industrieländern ist diese Zahl noch um ein vielfaches höher.

Wie kann ich meinen CO₂-Ausstoß reduzieren?

Die Emissionen der in Deutschland lebenden Menschen verteilen sich laut dem Umweltbundesamt auf die folgenden Bereiche:

Infografik über die Ursachen für den eigenen CO₂-Ausstoß

Für die meisten Bereiche gibt es bereits Maßnahmen, mit denen jede*r Einzelne den Ausstoß der Emissionen verringern kann. Im Folgenden findest du ein paar Tipps, wie auch dir eine Reduktion gelingen kann:

Wohnen & Strom

  • Wechsel zu Ökostrom
  • Heize deine Wohnung im Winter 1-2 Grad weniger
  • Sorge dafür, dass Fenster und Türen isoliert und gut gedämmt sind
  • Schaffe dir bei Neukäufen möglichst energiesparende Elektrogeräte an
  • Schalte deine Elektrogeräte aus, anstatt sie auf Stand-by laufen zu lassen

Ernährung

  • Versuche keine Lebensmittel zu verschwenden und so wenig wie möglich wegzuwerfen
  • Achte darauf weniger Fleisch und tierische Produkte zu essen
  • Kaufe saisonal, bio, und regional
  • Kaufe lieber frische Lebensmittel (verarbeitete Lebensmittel verbrauchen bei der Produktion viel Energie und verursachen deutlich mehr CO₂)

Mobilität

  • Nutze die öffentlichen Verkehrsmittel, dein Fahrrad oder gehe zu Fuß
  • Suche dir nähere Urlaubsziele
  • Vermeide Flugreisen (falls du doch ins Flugzeug steigen musst, denke daran die entstandenen Emissionen auszugleichen)
  • Falls du ab und an ein Auto benötigst, schaue ob du anstelle eines eigenen Autos einen Carsharing-Service nutzen kannst

Konsum

  • Kaufe weniger und achte darauf, dass die Produkte einen kurzen Transportweg haben
  • Kaufe gebraucht oder leihe dir Produkte, die du nicht langfristig benötigst

Darüber hinaus kannst du dich natürlich auch selbst aktiv für den Klimaschutz einsetzen, indem du dich an Aktionen und Streiks beteiligst, dich politisch engagierst oder dich mit anderen zu dem Thema austauschst.

Ein Ausschnitt von einem Klimastreik

Warum müssen vor allem die Industrienationen dafür sorgen, dass die Emissionen gesenkt werden?

Historisch hat vor allem der globale Norden dafür gesorgt, dass besonders viel CO₂ in die Atmosphäre gelangt ist. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen nun allerdings alle Länder ihren CO₂-Ausstoß drastisch reduzieren. Viele Länder des globalen Südens sehen das als ungerecht an, da sich der globale Norden schon über eine lange Zeit an den Ressourcen bedient hat, um sich auf den heutigen Stand zu entwickeln. Die Länder des globalen Südens wollen daher jede Chance nutzen, um in der Entwicklung aufzuholen. Zudem ist es so, dass die Auswirkungen des Klimawandels vor allem der globale Süden zu spüren bekommt. Allerdings sind die finanziellen Mittel, um sich dagegen zu wehren, dort deutlich geringer vorhanden.

China ist heute mit knapp 30% des globalen CO₂-Ausstoßes weltweiter Spitzenreiter, gefolgt von den USA (ca. 14%). Ein entscheidender Unterschied ist jedoch der CO₂-Ausstoß pro Kopf. In China liegt dieser bei etwa 8 Tonnen und in den USA bei etwa 16 Tonnen. Deutschland ist für etwa 2% des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich ist, pro Kopf beträgt der CO₂-Ausstoß jedoch etwa 9-11 Tonnen.

Es wird ersichtlich, dass es verschiedene Maßstäbe gibt, um den CO₂-Ausstoß der Länder zu bewerten. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass bei der Reduktion des CO₂-Ausstoßes alle an einem Strang ziehen. Das Pariser Klimaabkommen, in dem gemeinsame Ziele festgelegt worden sind, ist daher ein erster Schritt in die richtige Richtung. Um über die Rollenverteilung der verschiedenen Länder bei der Bekämpfung des Klimawandels zu entscheiden, müssen immer auch die finanziellen Ressourcen und der Wohlstand der Länder mit einbezogen werden.

Was bedeutet Klimagerechtigkeit?

Der Begriff Klimagerechtigkeit wird immer häufiger im öffentlichen Diskurs aufgegriffen und nimmt Bezug auf die weltweite Klimakrise und deren Ursachen. Entsprechend des Verursacherprinzips geht es darum, die größten Emittenten von CO₂ mehr in die Pflicht zu nehmen als z. B. Schwellenländer mit niedrigen Emissionen, geringeren technologischen und finanziellen Ressourcen. Letztlich sollen die Anstrengungen um das Klima gerecht auf alle Länder der Welt verteilt werden.

Was muss die Politik tun, damit die CO₂-Emissionen gesenkt werden?

Seit Beginn der “Fridays for Future” Bewegung hat die Diskussion über Klimaschutz stark an Fahrt aufgenommen. Auch während der Corona-Pandemie verschwand das Thema nicht aus dem öffentlichen Diskurs. Expert*innen stellten sogar einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Pandemien fest und wiesen darauf hin, dass es in Zukunft häufiger zu solchen kommen könnte.

Die zentrale Aufgabe der Politik ist es daher Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel schnellstmöglich einzudämmen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Maßnahmen mit den Zielen des Pariser Klimaabkommen vereinbar sind und sich an dem 1,5 Grad-Ziel orientieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Fridays For Future für Deutschland folgende Forderungen formuliert:

  • Bis 2035 soll bei den CO₂-Emissionen die Nettonull erreicht werden
  • Der Kohleausstieg soll bis 2030 erfolgen
  • Eine 100% erneuerbare Energieversorgung soll bis bis 2035 gewährleistet werden

Da für das Erreichen des 1,5 Grad Ziels gerade die Klima-Erfolge in den kommenden Jahren eine große Rolle spielen werden, hat Fridays For Future des weiteren Forderungen formuliert, die ab sofort umgesetzt werden sollen.

  • Subventionen der fossilen Energieträger sollen ab sofort eingestellt werden
  • 25% der Kohlekraft soll abgeschaltet werden
  • Es soll eine CO₂-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen geben. Der Preis hierfür soll schnell auf das eigentliche Kostenniveau ansteigen, die durch die Emissionen entstehen werden. Das UBA berechnet die Kosten hierfür auf 180€ pro Tonne CO₂

Zudem wird deutlich, dass die Klimaziele nur erreicht werden können, wenn sie sich die Maßnahmen der Politik über alle Sektoren erstrecken. Laut dem deutschen Klimaschutzprogramm 2030 betrifft dies vor allem die folgenden Sektoren:

  • Energiewirtschaft - u.a. mit der Abschaffung der Kohlekraft, Ausbau der Erneuerbaren und der Erhöhung der Energieeffizienz
  • Gebäude - u.a. mit der Gebäudesanierung und Erhöhung der Energieeffizienz
  • Verkehr - u.a. durch den Ausbau des Schienennetzes, Erhöhung der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs, Weiterentwicklung alternativer Kraftstoffe und der Förderung CO₂-armer PKWs
  • Industrie - u.a. durch Dekarbonisierung, Förderung einer emissionsarmen Industrie, Energieeffizienz und Ressourceneffizienz
  • Landwirtschaft - u.a. Ausbau des Ökolandbaus, Energieeffizienz, Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Tierhaltung
  • Landnutzung - u.a. durch den Schutz von Moorböden, Erhalt der Wälder, nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern

Wie kann ich als Unternehmen meinen CO₂-Ausstoß reduzieren?

Genau wie Privatpersonen können auch Unternehmen ihre Klimabilanz verbessern, indem sie effektive Maßnahmen für eine Verminderung ihres CO₂-Ausstoßes entwickeln. Wichtig dabei ist, dass diese Maßnahmen langfristig durchgeführt werden, da nur so ein konsequenter Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden kann. Folgende Maßnahmen können von Unternehmen ergriffen werden:

Büro

  • Wechsel zu Ökostrom
  • Produktion von eigenem Strom über bspw. eine Solaranlage auf dem Dach
  • Effizientes Heizen, Kontrolle von Licht und elektrischen Geräten, Einsatz von Energiesparlampen
  • Nutzung eines klimaneutralen Cloud-Anbieters
  • Regionales Essen in Bio-Qualität für Mitarbeiter*innen

Mobilität

  • Online-Meetings statt Geschäftsreisen
  • Vermeidung von Flugreisen (falls diese unvermeidbar sind, sollten sie kompensiert werden)
  • Anreize setzen, dass Mitarbeiter*innen den öffentlichen Nahverkehr nutzen
  • Nutzung des Homeoffice

Mitarbeiter*innenen

  • Schulung der Mitarbeiter*innen in Sachen Klimaschutz
  • Erarbeitung einer Klimaschutzstrategie
  • Freistellung von Mitarbeiter*innen für Klimaschutzaktivitäten (z.B. Beach Clean-ups)

Was hat es mit CO₂-Zertifikaten auf sich?

Was ist ein CO₂-Zertifikat?

Ein CO₂-Zertifikat erteilt Käufer*innen das Recht, in einem definierten Zeitraum eine festgelegte Menge an CO₂ zu emittieren. Die Zertifikate können an den Energiebörsen gehandelt werden und bekommen so einen Marktpreis. Wenn sie verknappt werden, steigt der Preis und somit auch der Anreiz für Unternehmen anstelle des Erwerbs von Zertifikaten, die CO₂-Emissionen zu senken.

Wie funktioniert der CO₂-Emissionshandel?

Das Kyoto-Protokoll benennt den Emissionshandel als wichtiges Instrument, um den CO₂-Ausstoß zu verringern. Es legt auch die Menge an CO₂ fest, die weltweit emittiert werden darf. Die Menge an CO₂ ist begrenzt und wird in Form von Emissionsrechten vergeben. Diese Begrenzung ist essentiell um die Klimaziele zu erreichen und soll Unternehmen und Privatpersonen dazu bewegen, weniger CO₂ zu emittieren.

In Europa müssen Unternehmen Emissionsrechte kaufen, wenn sie CO₂ emittieren wollen. Durch diese CO₂-Zertifikate dürfen die Unternehmen innerhalb eines definierten Zeitraums eine Tonne CO₂ produzieren. Die Unternehmen müssen nachweisen, dass sie Zertifikate für das emittierte CO₂ erworben haben. In Deutschland müssen bspw. Energie- und Industrieanlagen sowie der Flugverkehr CO₂-Zertifikate erwerben. Ab 2021 gibt es in Deutschland ein nationales Emissionshandelssystem. Dieses gilt für alle Brennstoffe, die CO₂ verursachen, wie unter anderem Benzin, Heizöl und Erdgas.

CO₂-Zertifikate können zwischen Staaten oder zwischen Unternehmen gehandelt werden. So macht es für ein Unternehmen durchaus Sinn, CO₂ einzusparen und die dafür gekauften Zertifikate weiterzuverkaufen. Da von der Regierung in der Vergangenheit jedoch zu viele Emissionsrechte vergeben wurden, sind die Marktpreise stark gesunken. Das wiederum hat die Lenkungswirkung des Zertifikatehandels stark abgeschwächt. Auch die Coronakrise hat dazu beigetragen, dass weniger produziert und damit weniger CO₂ emittiert wurde - ein weiterer Grund, weshalb die Preise zusätzlich gesenkt wurden.

Person reinigt die Umwelt durch das Einsammeln von Müll

Woher bekomme ich ein CO₂-Zertifikat?

Die CO₂-Zertifikate werden über den Europäischen Emissionshandel erworben. Aufgrund der hohen Kosten für die Zertifikate ist es für Unternehmen jedoch attraktiver, ihre CO₂-Emissionen langfristig zu senken.